Der Hadrianswall zieht sich über 113 km quer von der West- zur Ostküste durch den Norden Englands. Gebaut wurde diese gigantische Befestigungsanlage ab dem Jahr 122 von den Römern unter Kaiser Hadrian. In nur 6 Jahren wurden die bestehenden Grenzanlagen zu einer durchgehenden 4 bis 5 Meter hohen Mauer ausgebaut. Etwa im Abstand einer römischen Meile errichteten die Grenztruppen (ungefähr 1,6 km) jeweils ein kleines Kastell, dazwischen zwei Wachtürme. Parallel verlief eine Militärstraße und im Hinterland befanden sich einige größere Kastelle und römische Siedlungen.
Heute verläuft entlang des Walls ein Fernwanderweg von Bowness-on-Solvay nach Wallsend (Newcastle), der über 135 km die beiden Küsten verbindet. Unterwegs finden sich fast durchgehend noch die Reste des Walls in Form von Gräben, Mauerresten oder von Fundamenten. Wir wanderten den Weg von West nach Ost, da wir am Ende der Reise noch ein paar Tage in Newcastle verbringen wollten. Sehr abwechslungsreich und unterschiedlich ist die Landschaft: flache Abschnitte werden im mittleren Teil von eindrucksvollen Hügelketten abgelöst.
Der Wanderweg ist sehr gut markiert und hat uns fast ohne Ausnahme sehr gut gefallen. Die Landschaft ist wunderschön, bietet weite Blicke und ist nur spärlich besiedelt. Im Juni trafen wir unterwegs nur hin und wieder andere Leute, meist in der Nähe der Ausgrabungen und kleinen Museen. Erstaunlicherweise ist die Strecke reichlich mit Geocaches ausgestattet. Eigentlich jeden Tag konnten wir einen oder mehrere Caches auf unserem Weg finden. Übernachtet haben wir fast immer in sehr netten und gemütlichen Bed&Breakfast-Unterkünften. Im Umfeld von Newcastle verlieren sich die Spuren des Walls dann weitgehend, dafür ist der Weg an der Tyne und nach Newcastle hinein wiederum sehr interessant. Zum Ende unseres Aufenthalts hatten wir noch 3 Tage in Newcastle, die wir für Besichtigungen und einige Caches nutzten. Newcastle fanden wir sehr vielfältig und interessant und haben viele schöne (und einige sehr schäbige) Ecken gesehen. Eine Stadt im Umbruch mit wechselvoller Geschichte von den Römern bis heute.
Für die Anreise und Abreise hatten wir uns eine Fährverbindung von Amsterdam nach Newcastle ausgesucht. Neben einer stilvollen Überfahrt über Nacht auf einem ziemlich großen Schiff gab uns das die Gelegenheit, noch in Amsterdam ein paar schöne Caches zu suchen. Den Rest unserer Tour legten wir zu Fuß, mit dem Bus, der Bahn und dem Tretboot zurück.


















